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Jean Villain - Journalist


Foto: Internet



"Klaus Schlesinger sollte als Redakteur einer Betriebszeitung "in die Produktion geschickt" werden, was Kurt Batt, Cheflektor bei Hinstorff, den ich davon in Kenntnis setzte, dann allerdings verhinderte, indem er Schlesinger beauftragte, ihm eine große Reportage...zu liefern"


Jean Villain: Freitag, 15.3.2002.

Angaben zur Biografie

1928 Jean Villain wird in Zürich unter dem Namen Marcel Brun geboren.
Sein Urgroßvater, Pfarrer Ludwig Spyri, war der Schwager von Johanna Spyri. In seiner Kindheit hört er viele Geschichten über die berühmte Vorfahrin.
1946 - 1947 Nach dem Abitur arbeitet er als Journalist in der Schweiz, u. a. für sozialdemokratische Zeitungen. Sein journalistisches Vorbild ist Egon Erwin Kisch.
1949 längerer Aufenthalt in einem israelischen Kibbuz, Arbeit für die Tageszeitung "Al Hamishmar" in Tel Aviv, erste Veröffentlichungen in der Berliner "Weltbühne"
1949 Mitarbeiter der Berliner "Weltbühne",

Mitglied der sozialistischen Partei der Arbeit (PdA) in der Schweiz (später Sekretär der DDR-Sektion der Partei),

ständiger Mitarbeiter des Schweizer "Vorwärts", der Parteizeitung der PdA
1950 Veröffentlichung seines ersten Buches "Der Kibbuz - Verwirklichung einer Illusion?" in Zürich (noch unter Villains bürgerlichem Namen Marcel Brun)
1951 - 1961 im Auftrag der "Weltbühne" zunächst Reisen in Westeuropa, ab 1957 vorwiegend Afrika und schreibt Reportagen
1961 Übersiedlung in die DDR, wohnt in Berlin, arbeitet u.a. als DDR-Korrespondent des Schweizer "Vorwärts", wird Mitarbeiter der "Neuen Berliner Illustrierten" (NBI)
1964 - 1965 leitet er im Auftrag der NBI einen Kurs für Nachwuchsreporter, der ihm nach dem 11. Plenum des ZK der SED ein partielles Schreibverbot einbringt.

Im Kurs hatte er u.a. Texte des amerikanischen Wirtschaftswissenschafters Paul Sweezy sowie "Spiegel"-Reportagen analysieren lassen.

Zugleich arbeitet er an der Konzeption des am "Spiegel" orientierten Nachrichtenmagazins "Profil".
1965 publiziert Villain in DDR-Verlagen Reportagebände über Frankreich und die Schweiz, übersetzt für den Insel Verlag, Leipzig, Werke von Louis Sébastien Mercier und unternimmt auf eigene Rechnung Reportagereisen nach Afrika, Indien, und Kuba, die im Verlag "Volk und Welt" als Paperbacks erscheinen.
1971 - 1972 hält Vorlesungen und Seminare an der HU zu Berlin
1974 lebt und schreibt in Dreesch bei Prenzlau
1977 - 2002 Gastgeber in der Veranstaltungsreihe "Literatur intim" in Prenzlau

Werkauswahl

1950 "Der Kibbuz. Verwirklichung einer Illusion" (Essay)
1957 "Nacht über Spanien"
1961 "Und so schuf Gott die Apartheid" [DDR]
1972 "Frühling auf Kuba"
1973 "Indien - 570 Millionen im Wettlauf gegen die Uhr"
1978 "Damals in Allenwinden" [DDR] (autobiographischer Roman)
1987 "Junger Mann aus gutem Hause" [DDR] (autobiographischer Roman)
1990 "Die Revolution verstößt ihre Väter - Aussagen und Gespräche zum Untergang der DDR" [Bern]
1993 "Unterwegs zum Orwell-River - Neue Reportagen" [Genf]
1997 "Der erschriebene Himmel - Johanna Spyri und ihre Zeit" [Zürich/Frauenfeld]
2002 "Vineta 89 - Tagebuch einer Wende" [BRD]