Pressestimmen zu "Michael"

"In unserer Gegenwartsliteratur melden sich jetzt zunehmend Autoren zu Wort, die Faschismus und Kriege in einer neuen Art sehen und literarisch bewältigen ... Klaus Schlesinger kann für sich in Anspruch nehmen, daß er zu diesem schon vielfach behandelten Thema neue Wirklichkeitsmomente und Töne gefunden hat.

Die Suche Michaels nach der Wahrheit veranlaßt den Autor zu Recht, die Empfindungs- und Gedankenwelt des noch nicht Fünfundzwanzigjährigen 'von innen her' aufzuschließen. Dadurch entsteht eine erzählerische Haltung, die erörternd, nachdenkend analysierend wirkt ... Die Atmosphäre jener Zeit wird [jedoch] auch im Detail immer richtig erfaßt. Am Schlusse sagt der Autor noch einmal treffend über Michaels Erkundung: '...WER IST MEIN VATER? hat als logische Konsequenz eine andere, drängendere Frage nach sie gezogen: WER BIN ICH?' Darin liegt zugleich aktuelle Sinngebung, Aufruf zum bewußten Menschlichsein."

Quelle: Werner Neubert: Neues Deutschland, Literaturbeilage, 311,
November 1971.



"Klaus Schlesinger hat die Geschichte seiner Hauptfiguren gründlich durchdacht. Man kann darüber streiten, ob der Grundeinfall, der den Konflikt zwischen Vater und Sohn auslöst, der Anlaß des Buches ist, in der Erzählung stärker hätte gestützt werden können.
...
Es ist keine leicht und bequeme Lektüre, da es den eigenen Anspruch zu erfüllen sucht und volle Aufmerksamkeit und Denkbereitschaft verlangt. Es nimmt die Fähigkeit des Lesers in Anspruch, menschliche und geschichtliche Dimensionen nachzuvollziehen, zu prüfen für sich neu zu entdecken."

Quelle: Wolfgang Trampe: Sonntag, 10.3. 1972.

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