1989 2. Mai: Öffnung der ungarischen Grenze nach Österreich

7. Mai: Offiziell werden 98,85% Ja-Stimmen bei den Kommunalwahlen in der DDR gezählt. Erstmals kontrollieren Oppositionelle die Ergebnisse und machen die festgestellten Wahlfälschungen öffentlich.

4. September: In Leipzig findet die erste Montagsdemonstration statt.

10. September: Beginn einer Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn

19. September: Mit dem "Neuen Forum" beantragt in der DDR erstmals eine Oppositionsgruppe offiziell ihre Zulassung als Vereinigung. Dieser Antrag wird vorerst mit der Begründung, die Gruppe sei "staatsfeindlich", abgelehnt.

2. Oktober: 20.000 Menschen demonstrieren in Leipzig für Reformen in der DDR. Diese Demonstration wird von DDR-Sicherheitsorganen gewaltsam aufgelöst.

7. Oktober: Die DDR feiert ihren 40. Jahrestag mit Militärparaden und Aufmärschen. Gleichzeitig demonstrieren in mehreren Städten der DDR Zehntausende für Meinungsfreiheit und Reformen. Die Demonstrationen werden brutal aufgelöst und dabei über tausend Menschen festgenommen.

9. Oktober: 70.000 Menschen demonstrieren in Leipzig mit dem Ruf "Wir sind das Volk - keine Gewalt" für eine demokratische Erneuerung der DDR. Die Sicherheitskräfte greifen nicht ein.

18. Oktober: Egon Krenz löst Erich Honecker als Generalsekretär der ZK der SED ab. Krenz verkündet , dass nun eine "Wende eingeleitet" sei, aber der "Sozialismus auf deutschem Boden" nicht zur Disposition stehe.

4. November: Großkundgebung auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz. Die von Künstlern und Bürgerrechtlern initiierte Kundgebung fordert Medienfreiheit entsprechend der DDR-Verfassung Artikel 27 und 28 ein.

7.November: Die DDR-Regierung tritt geschlossen zurück. Einen Tag später wird ein verkleinertes Politbüro der SED mit Egon Krenz als Generalsekretär neu gewählt.

9. November: Günther Schabowski, SED-Politbüromitglied, verliest auf einer internationalen Pressekonferenz überraschend einen Beschluss des Ministerrats der DDR, dass ab sofort Privatreisen in den Westen möglich sind.

13. November: Die DDR-Volkskammer wählt Hans Modrow zum neuen Ministerpräsidenten der DDR.

26. November: Namhafte Intellektuelle und Reformer treten mit dem Aufruf "Für unser Land" dafür ein, die Eigenständigkeit der DDR zu bewahren und damit eine "sozialistische Alternative zur Bundesrepublik" zu schaffen.

28. November: Bundeskanzler Helmut Kohl verkündet sein „10-Punkte-Programm“ zur Wiedervereinigung. In Leipzig ändern die Montagsdemonstranten ihre Parole „Wir sind das Volk!“ in „Wie sind ein Volk!“.
1990 18. März: Erste freie Wahlen zur Volkskammer in der DDR. Wahlsieger ist die "Allianz für Deutschland" (CDU, Demokratischer Aufbruch, DSU).

12. April: Der CDU(Ost)-Vorsitzende Lothar de Maizière wird zum Ministerpräsident der DDR gewählt.

6. Mai: Erste freie Kommunalwahlen in der DDR. In Ost-Berlin wird Tino Schwierzina (SPD) Oberbürgermeister.

17. Juni: Das Treuhandgesetz zur Privatisierung und Reorganisation der Volkseigenen Betriebe wird noch von der Volkskammer der DDR verabschiedet.

1. Juli: Der Staatsvertrag über die Bildung einer Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion tritt in Kraft.

3. Oktober: Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes nach Artikel 23. Damit endet die Existenz der DDR.

2. Dezember: Erste freie gesamtdeutsche Parlamentswahl. Wahlsieger ist die bisherige christlich-liberale Regierungskoalition unter Helmut Kohl (CDU). Bei den ersten Gesamtberliner Wahlen zum Abgeordnetenhaus geht die CDU unter Eberhardt Diepgen als Wahlsieger hervor.
1991 15. März: Der 2+4 Vertrag tritt in Kraft. Damit ist die Vereinigung Deutschlands völkerrechtlich abgesichert.

20. Juni: Bundestag entscheidet mit knapper Mehrheit für Berlin als künftigen Parlaments- und Regierungssitz.
1992 1. Januar: Das Stasi-Unterlagengesetz tritt in Kraft. Opfer des DDR-Staatssicherheitsdienstes können nun Einblick in die über sie geführten Akten nehmen.
1994 29. Mai: Erich Honecker stirbt im Alter von 81 Jahren in Santiago de Chile.

16. Oktober: Wahlen zum 13. Bundestag; Wahlsieger ist die bisherige christlich-liberale Regierungskoalition unter Helmut Kohl (CDU).

10. November: Der 81-jährige parteilose Schriftsteller Stefan Heym, der als PDS-Kandidat in Berlin ein Direktmandat errungen hat, eröffnet als Alterspräsident die Sitzung der neuen Legislaturperiode. Ein große Anzahl Abgeordneter des Bundestages ignorieren wegen Heyms PDS-Zugehörigkeit demonstrativ diese Rede.

31. Dezember: Die Treuhandanstalt wird aufgelöst.
1998 15. Mai: Nach dem Votum der ostdeutschen Schriftstellervereinigung PEN für eine Fusion mit dem westdeutschen PEN-Zentrum (3./4. April 1998) stimmen auch die westdeutschen PEN-Mitglieder dem Zusammenschluß zu. Westliche Autoren hatten eine Vereinigung bisher abgelehnt, weil ihrer Meinung nach zu viele "Stasi-Spitzel" in der ostdeutschen Vereinigung vertreten seien.

27. Oktober: Wahl Gerhard Schröders (SPD) zum Bundeskanzler
2001 11. Mai: Klaus Schlesinger stirbt in Berlin.