1966 1. April: Der DDR-Regimekritiker Robert Havemann wird aus der Ost-Berliner Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen.

15. Juni: In Ost-Berlin wird der Film "Spur der Steine" mit Manfred Krug in der Hauptrolle uraufgeführt und kurz nach der Premiere vom Spielplan genommen. Erst 1990 kommt es zu einer Wiederaufführung.
1968 9. April: Nach einer Volksabstimmung tritt eine neue DDR-Verfassung in Kraft. Die DDR versteht sich nun als "sozialistischer Staat deutscher Nation". Außerdem wird der absoluten Führungsanspruch der SED unter Artikel 1 verfassungsrechtlich verankert und damit den Realitäten angepaßt.

20. - 21. August: Gewaltsame Beendigung des "Prager Frühlings".
1969 28. - 30. Mai: Der VI. Schriftsstellerkongress in Ost-Berlin nimmt ein neues Statut an, das den "Anforderungen des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus" entspricht. Der Roman "Nachdenken über Christa T." von Christa Wolf wird wegen "Individualismus" stark kritisiert.
1971 3. Mai : Auf der 16. Tagung des ZK der SED ersucht Ulbricht das ZK der SED, ihn aus Altersgründen von seiner Funktion als 1. Sekretär zu entbinden. Erich Honecker wird als dessen Nachfolger und Ulbricht zum Vorsitzenden der SED gewählt.

15. - 19. Juni: VIII. Parteitag der SED in Ost-Berlin
1972 21. Dezember: Unterzeichnung des Grundlagenvertrages zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in Ost-Berlin. In diesem Vertrag wurden u.a. “normale gutnachbarliche Beziehungen zueinander auf der Grundlage der Gleichberechtigung” vereinbart.
1973 1. August: Walter Ulbricht stirbt im Alter von 80 Jahren am Dönnsee bei Berlin.

18. September: Die DDR und die Bundesrepublik Deutschland werden in die Vereinten Nationen aufgenommen.
1974 27. September: Unter Erich Honecker wird "die ganze deutsche Nation" aus der Verfassung gestrichen. Der von Johannes R. Becher stammende Text der DDR Nationalhymne durfte fortan nicht mehr gesungen werden, denn hier hieß es: "Deutschland einig Vaterland." Damit sollte vor allem die Abgrenzung zum Westen betont werden. Der Wiederherstellung der deutschen Einheit erteilte man damit eine Absage.
1975 1. August: Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki durch die DDR und die Bundesrepublik Deutschland
1976 18. - 22. Mai: Erich Honecker wird auf dem IX. Parteitag der SED zum Generalsekretär gewählt.

3. November: Der Schriftsteller Rainer Kunze wird aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Er reist am 14. Juli 1977 in die Bundesrepublik Deutschland aus.

16. November: Wolf Biermann wird nach einem Konzert in Köln, das von der ARD übertragen wird, aus der DDR ausgebürgert. Zahlreiche Künstler, die sich für seine Wiedereinbürgerung einsetzen, folgen ihm in den Westen. Eva-Maria und Nina Hagen, Katharina Thalbach, Manfred Krug, Angelika Domröse und Hilmar Thate sind einige prominente Vertreter.

26. November:Der DDR-Regimekritiker Robert Havemann wird unter Hausarrest gestellt.
1977 17. Februar: Erich Honecker bestätigt in einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung", dass ca. 10.000 DDR-Bürger Ausreiseanträge gestellt haben. Reisefreiheit könne es nur bei Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft geben.

23. August: Der DDR-Bürger Rudolf Bahro wird wegen der in der BRD erfolgten Veröffentlichung seines Buches "Die Alternative", einer schonungslosen Abrechnung mit der DDR-Ökonomie, festgenommen.

27. August: Die DDR schiebt nach monatelanger Haft u. a. den Schriftsteller Jürgen Fuchs und den Musiker Gerulf Pannach in die BRD ab.
1978 30. Juni: Rudolf Bahro wird zu acht Jahren Haft verurteilt. 1979 wird er ausgebürgert und reist in die BRD aus.

26. August 1978: Sigmund Jähn aus der DDR startet als erster Deutscher mit Waleri Bykowski ins Weltall und koppelt das Raumschiff Sojus 31 an die Orbitalstation Salut 6 an.
1979 Mai: Von der DDR-Führung wird seit 1979 vom Gesetz gegen Devisenvergehen auch im Umgang mit Schriftstellern Gebrauch gemacht.

7. Juni: Ausschluss der Schrifsteller Bartsch, Endler, Poche, Schlesinger, Heym, Seyppel, Jakobs, Schneider und Schubert aus dem Schriftstellerverband der DDR

Oktober: Zum 30.Jahrestag der DDR werden der 1978 zu acht Jahren Haft verurteilte Rudolf Bahro und der Wehrdienstverweigerer Nico Hübner in die BRD abgeschoben.
1980 März: Klaus Schlesinger reist mit einem Dreijahresvisum aus der DDR aus.