David. In: neue deutsche literatur (ndl), 1960. Heft 11.
S. 105-113.

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Michael. Roman. Rostock: Hinstorff, 1971. Lizenzausgabe unter dem Titel "Capellos Trommel". Zürich, Köln: Benziger, 1972.

Im Spätsommertrubel eines Berliner Cafes besinnt sich Michael noch einmal auf die Vorgänge der verflossenen Monate: Es begann an einem Frühlingstag 1960. In einem Antiquariat fällt dem jungen Chemieingenieur ein bestürzendes Foto in die Hand, Zeugnis eines Verbrechens, dessen Spur in die Vergangenheit weist. Nach schwerem Gewissenskampf - der Augenschein spricht gegen den eigenen Vater - entschließt er sich zu einem Schreiben nach Warschau. Die Antwort läßt auf sich warten. Inzwischen aber fallen erste Entscheidungen. Der Sohn verläßt das Elternhaus und bemüht sich in fieberhafter Suche, das Dunkel zu lichten. Erinnerungen werden mobilisiert, längst Vergessenes erwacht dabei zu neuem Leben, die Jahre der Kindheit und Jugend - Glück, Verlorenheit und wunderliche Abenteuer: der Wettlauf im dunklen Treppenhaus, der Mann ohne Gesicht, die Zeichnung vom Flic, dem französischen Polizisten, der Schuß aufs Aquarium, der Triumph über den Schuldirektor. Später dann die erfüllten Stunden mit Thea und ihr unbegreiflicher Abschied. Über allem aber steht das plötzlich so befremdende Bild des Vaters. - Da trifft die Nachricht aus Warschau ein, der Verdacht erweist sich als gegenstandslos. Doch das ist schon nicht mehr von Belang. Die Nachforschung hat eine völlig neue, erregende Einsicht zur Folge: der "Fall" Friedrich Berger ist zugleich der des Sohnes Michael.

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Hotel oder Hospital. Reportage. Rostock: Hinstorff, 1973. Lizenzausgabe unter dem Titel "Südstadtkrankenhaus Rostock". Zürich, Köln: Benziger, 1974.

Ein modernes Krankenhaus gleich einem Hotel, präzis funktionierender Mechanismus. Der Kranke ein Gast, der wieder abreisen wird. Wirklich nur Hotel, tatsächlich nur Gast? Das Verhältnis Arzt - Patient ist anders, weit mehr: jede Minute ein Kampf um Leben, Gesundheit, ein gemeinsamer, und manchmal ein vergeblicher.

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Alte Filme. Erzählung. Rostock: Hinstorff, 1975.
Lizenzausgabe Frankfurt/Main, 1976. Neuausgabe: Mit einem Nachwort von Günther Drommer. Leipzig, 1997.

Kottes Leidenschaft sind alte Filme. Eines Abends erkennt sich die alte Frau Jeske auf dem Bildschirm wieder als eine sehr junge Tänzerin in einem Stummfilm. Mit Kotte geschieht etwas Merkwürdiges: Statt am nächsten Morgen in sein Konstruktionsbüro zu gehen, wird er krank, ist unzufrieden mit sich und dem Alltag seines 30jährigen Lebens. Er beginnt zu bummeln, lernt einen Maler und das seltsame Mädchen Ulla kennen. Schließlich findet sich Kotte in der obersten Schale eines Springbrunnens wieder - ernüchtert.

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Ikarus. Filmszenarium. Berlin: Henschelverlag, 1975.

Wir sehen sie oft: Kinder aus gescheiterten Ehen. Was eben noch ihre Eltern waren, sind plötzlich nur noch Vater und Mutter - getrennt. Und manche sagen: Trennung ist schlimmer als gestorben. Kinder möchten beide lieben: Vater und Mutter. Und erleben: wie man sich einigt über sie. Einer von diesen ist Mathias. Neun Jahre alt. Das heißt: er wird es heute. Und er hat es genau behalten, das Versprechen des Vaters zu seinem Geburtstag - vor der Trennung.
Hatte der Vater ihm nicht die Geschichte von Ikarus erzählt, der sich Flügel aus Vogelfedern baute und der Sonne entgegenflog? Hatte er nicht mit ihm gemeinsam Segelflugzeuge, eine TU, eine IL gebaut? Verzweifelt sind Mathias Versuche, den Vater zu finden ... Schlesinger beschreibt ihn genau: diesen Jungen Mathias. Neun Jahre alt. Einer von vielen.


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Berliner Traum. Fünf Geschichten. Rostock: Hinstorff, 1977. Lizenzausgabe Frankfurt/Main: S. Fischer, 1977.

Racholl glaubt, bisher alles richtig gemacht zu haben. An diesem Morgen in der U-Bahn hat er einen bösen Traum. Oder ist es kein Traum? Er sieht sich plötzlich in einer obskuren Kneipe irgendwo in der ihm fremden Stadt Westberlin, und er ist angeklagt. Zwanzig Jahre seines Lebens liegen auf der Waagschale. Am Ende ist er zwar freigesprochen, aber ein anderer, der doch er selbst ist, sitzt ihm gegenüber ... Fünf Geschichten von Berlinern unserer Tage, Alten und Jungen, freundlichen und unfreundlichen, die in Entscheidungssituationen geraten, gewichtige und scheinbar unbedeutende. Es sind Menschen in bewegter und bewegender Zeit.

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Leben im Winter. Erzählung. Frankfurt/Main: S. Fischer, 1980. Lizenzausgabe Rostock: Hinstorff, 1989.

Auf einer Geburtstagsfeier in Ostberlin treffen sich Verwandte aus beiden Teilen der Stadt. Es wird nicht so unbeschwert gefeiert, wie es den Anschein hat. Jeder trägt ein Problem mit sich herum. Und es gibt noch etwas, an das alle nicht gern erinnert werden wollen: die Wohnung, in der man gemütlich beisammensitzt, gehörte Juden, die deportiert wurden.
Aus Gesprächen und Geschwätz entsteht das Porträt einer normalen Familie, das selbst in seinen komischen Momenten die Gefährlichkeit der Mitläufer-Mentalität nicht vergessen lässt.


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Matulla und Busch. Kurzroman. Frankfurt/Main: S. Fischer, 1984. DDR-Ausgabe: Rostock: Hinstorff, 1985. Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag, 1998.

Der im Schwäbischen lebende Pensionär Matulla hat ein Haus in Berlin geerbt. Zusammen mit seinem Freund Busch macht er sich auf die Reise und findet sein Haus besetzt vor. "Matulla und Busch" erzählt die Geschichte dieser Hausbesetzung als - keineswegs nur für Berlin - aktuellen Konflikt zwischen den Generationen, zwischen ganz unterschiedlichen persönlichen und politischen Interessen und mit den anonymen Sachwaltern der kommunalen und der ökonomischen Macht.

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Fliegender Wechsel. Eine persönliche Chronik. Frankfurt/Main: S. Fischer, 1990. Rostock: Hinstorff, 1990.
Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag, 1995.

"Hätten Sie mich vor einem, ach, vor einem halben Jahr gefragt, wie es mir ginge, ich hätte ohne zu zögern geantwortet: Phantastisch! Mein Kontostand war noch beruhigend gewesen, und was ich erlebt hatte in den Jahren, seit ich die Grenze zwischen Ost und West passierte, wäre von mir in den Satz zusammengefaßt worden: Ach, ein Roman ...
Heute bin ich vorsichtiger."


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Die Sache mit Randow. Roman. Berlin: Aufbau-Verlag, 1996.

Fast vierzig Jahre hat der Fotograf Thomale den Namen Randow nicht mehr gehört. Plötzlich taucht er wie eine Bedrohung vor ihm auf: in einem Kneipengespräch. einem anonymen Anruf, einem überraschenden Angebot. Noch sträubt er sich gegen jeden Versuch, ihn in diese Sache zu verwickeln. Doch die Fragen, die eine so unvermittelt in Bewegung geratene Gesellschaft an jeden einzelnen stellt, ziehen ihn in die Realität eines Sonntags sechs Jahre nach dem Krieg zurück: Da steht er mitten auf dem Damm und verfolgt die Jagd auf Randow über die Dächer der Dunckerstraße. - Nicht die Bekanntschaft mit einem der gefährlichsten Verbrecher dieser Nachkriegszeit beunruhigt ihn; es ist die Ahnung von dem Sog, der ihn unausweichlich zu einer lange gelöschten Erinnerung führen wird. Während vor uns das Bild einer Straße im alten Prenzlauer Berg entsteht, wird gleichzeitig das Verschliffene, Fragwürdige des Erinnerns deutlich; werden die untergründigen Zusammenhänge sichtbar, die bis in die Gegenwart reichen. So wie in diesem Herbst 89 alte Rechnungen aufgemacht werden und die Geschichte vorantreiben, führen die Momentaufnahmen aus dem Nachkriegsalltag der geteilten Stadt an die flirrende Grenze zwischen ehrlichem Wollen und schäbigem Verrat.

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Von der Schwierigkeit, Westler zu werden.
Berlin: Aufbau-Verlag, 1998.

Klaus Schlesinger, der 1980 die DDR verließ, hatte im "Fliegenden Wechsel" die Chronik eines Lebens zwischen Ost und West geschrieben, die er nun als Chronik der Schwierigkeiten bei der deutschen Vereinigung fortsetzt. Souverän, differenziert und mit präzisem Blick erzählt er Episoden, Anekdoten und Beobachtungen, die gängige Vereinfachungen attackieren, zu überraschenden Schlußfolgerungen und ironischen Umdeutungen führen: "Ich gebe zu, es ist nicht alles schlecht, was aus dem Westen kommt!"

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Trug. Roman. Berlin: Aufbau-Verlag, 2000.

Klaus Schlesinger treibt ein perfektes, suggestives Vexierspiel um zwei Identitäten und zwei Lebensentwürfe im geteilten Deutschland.
Strehlow, Immobilienmakler aus Düsseldorf, will Mitte der achtziger Jahre in Berlin das Geschäft seines Lebens abschließen. Eher zufällig gerät er in ein Ostberliner Café, wo er plötzlich seinem Doppelgänger gegenübersitzt. Selbst als Strehlow die Frau, die er vor 22 Jahren verlassen hat, wiedertrifft, glaubt er noch an Zufälle, aber da ist er schon in eine Falle gelaufen.


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Die Seele der Männer. Berlin: Aufbau-Verlag, 2003.

Wenn man es genau nimmt, ist Brehm noch kein Mann, obgleich er manchmal so tut. Besonders wenn es um Frauen geht, setzt er seinen lässigsten Tonfall ein und sagt, er könnte an jedem Finger zehn haben. Aber woher weiß man, welche die richtige ist? Das ist eines seiner Probleme, und er muß erfahren, daß die Ratschläge seiner Kumpel und Kollegen ihm nicht helfen können. Denn auch der Umgang mit Männern ist nicht leicht, wer nimmt schon einen Lehrling ernst. Trotzdem schlendert Brehm im Laboranzenkittel locker und ein bißchen wichtigtuerisch über den Hof. Und obwohl er die Tochter eines Ladenbesitzers aus dem Westen heiraten könnte, weiß er beim Betriebsfest plötzlich, welche die richtige wäre.

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