Pressestimmen zu "Trug"

"Ist der Titel 'Trug' nicht schon eine kleine, gewollte Irreführung des Lesers? Weder verrät er, daß Klaus Schlesingers Roman die Atmosphäre eines Agenten-Thrillers hat, noch läßt er den Schwung des Erzählflusses, die mysteriösen Spiegelbildern oder die listig positionierten 'Fallen' erwarten. Im Wort 'Trug', das ja nur noch in der Verbindung 'Lug und 'Trug' gebraucht wird, steckt Täuschung; das mittelhochdeutsche 'trugebilde' deutet auf 'Teufelsbild', 'Gespenst' hin."

Quelle: Hans-Jürgen Schmitt: Süddeutsche Zeitung, 22.3.2000.


"Die siebziger Jahre ... sind seine [Schlesingers] Zeit gewesen. Ihren Ton trifft er durchaus überzeugend. Gelungen ist ihm ein Buch von gestern, keines über Vergangenheit.

Quelle: Thomas Rietzschel: F.A.Z., 13.7.2000.


"Schlesinger spielt in 'Trug' das Spiel, das von Sartre über Max Frisch bis zu Milan Kundera zahlreiche Schriftsteller fasziniert hat: Das Spiel Biographie. Die Unmöglichkeit, ein Leben 'alternativ' zu führen, also auf die eine und zugleich eine andere Weise, hat etwas unerträglich Provozierendes. Schlesinger eröffnet seinem Helden hier - unter der beschriebenen äussersten Strapazierung der Wahrscheinlichkeit - die Möglichkeit, genau das zu tun."

Quelle: Martin Ebel: NZZ, 8.4.2000.


"Schlesingers Kunst besteht darin, daß er den Wechsel von prosaischen Geschehen und poetischem Bild auf Dauer gestellt hat. 'Trug' ist überraschend reich an literarischen Anspielungen.
...
Die zahlreichen Klischees von Ost und West erinnern an Märchenmotive, als seien sie nie borniert, sondern an ihrem Ursprung schon naiv gewesen."

Quelle: Jens Bisky: Berliner Zeitung, 21.3.2000.

Zurück