Protestschreiben an Erich Honecker

Mitte Mai richten acht Schriftsteller einen Brief an Erich Honecker, in dem sie für die von Zensur und Strafmaßnahmen (Devisenvergehen) verfolgten Kollegen, wie Robert Havemann, Stefan Heym und Wolfgang Hilbig, eintreten. Die Unterzeichner Kurt Bartsch, Jurek Becker, Adolf Endler, Erich Loest, Klaus Poche, Klaus Schlesinger, Dieter Schubert und Martin Stade stellen den Brief westlichen Medien zur Verfügung, da er in der DDR nicht veröffentlicht wird.

Am 07. Juni 1979 schließt der Berliner Bezirksvorstand des Schriftstellerverbandes unter seinem Vorsitzenden Günter Görlich die Briefautoren Bartsch, Endler, Poche, Schlesinger (Äußerung zum Brief vor dem SV) und Schubert aus dem Schriftstellerverband aus. Rund zwanzig Prozent der vierhundertundein Delegierten stimmen dagegen. Stade und Becker können nicht ausgeschlossen werden, weil sie schon länger keine Verbandsmitglieder mehr sind. Für Loest findet sich in seiner Heimatstadt, wo er in seinem Leipziger Verband zur Verantwortung gezogen wird, keine Mehrheit für den Ausschluss. Er tritt 1980 aus und verlässt 1981 auf eigenen Wunsch die DDR. Des Weiteren werden in diesem Zusammenhang missliebige Autoren wie Stefan Heym, Rolf Schneider, Karl-Heinz Jakobs und Joachim Seyppel aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Günter Kunert, Klaus Poche, Rolf Schneider und Joachim Seyppel verlassen mit langfristigen Visa die DDR.

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