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Adolf (Edmond) Endler - Schriftsteller


Foto: Internet

"In der Nähe von Klaus verlor sich wenigstens für mich,..., jenes Misstrauen, jene Vorsicht, die zu viele unserer gegenwärtigen Beziehungen selbst zu ältesten Freunden trübt."

Adolf Endler: Berliner Zeitung, 26.5.2001.

Angaben zur Biografie

1930 Adolf Endler wird als Sohn eines Handelskaufmanns in Düsseldorf geboren. Sein Vater stammt aus Böhmen, seine Mutter ist gebürtige Belgierin.
1955 siedelt er in die DDR über, nachdem er für die Weltfestspiele der Jugend geworben hatte und wegen "Staatsgefährdung" angeklagt wurde.



Endler übt in dieser Zeit mehrere Berufe aus, u.a. Kranfahrer, Transportarbeiter, freier Mitarbeiter bei Zeitungen und Zeitschriften.
1955 - 1957 studiert er am Institut für Literatur "Johannes R. Becher" in Leipzig.



Seither arbeitet er freiberuflich unter Verwendung von Pseudonymen (u.a. Edmond Amay und Trudka Rumburg) als Lyriker, Kritiker, Essayist und Prosaist.
1971 Mit einem Aufsatz über die junge Lyrik der DDR und ihre Behandlung in der Germanistik des Landes löst er eine heftige Debatte zur Literaturkritik und -politik in der DDR aus ("Sinn und Form"-Debatte).
1976 Endler schließt sich als Unterzeichner des Protestbriefes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns an.
1978 Förderpreis Literatur zum Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin/West
1979 Endler ist Mitunterzeichner des offenen Briefes an Erich Honecker, in dem Protest gegen die Anwendung des Devisengesetzes gegenüber Schriftstellerkollegen eingelegt wird. Die Folge ist der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband.
1983 wird er zum Mitinitiator der Berliner subkulturellen Bewegung; organisiert Wohnungslesungen, Veröffentlichungen in Untergrundzeitschriften Berlins und Leipzigs (z.B. "Anschlag", "Ariadnefabrik", "Mikado", "Radnix-Blätter", "Zweite Person").
1990 Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste (Ost).
1991 - 1998 Zusammen mit seiner Frau Brigitte Schreier-Endler leitet er die legendären Lesungen "Orplid & Co" im Café Clara (Berlin-Mitte).
1994 Brandenburger Literaturpreis
1995 Kritikerpreis der SWF-Bestenliste,



Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau

1996 Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille (mit Brigitte Schreier-Endler)
2000 Bremer Literaturpreis der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung,

Peter-Huchel-Preis
2001 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
2009 Am 2.8.2009 verstirbt Adolf Endler in seiner Berliner Wohnung.

Werkauswahl

1960 "Erwacht ohne Furcht" (Gedichte)

"Weg in die Wische" (Reportagen und Gedichte)
1964 "Das Sandkorn" (Gedichte)

"Die Kinder der Nibelungen" (Gedichte)

1975 "Nackt mit Brille" (Gedichte)
1979 "Zwei Versuche, über Georgien zu erzählen" (Reisebericht)
1979 "Verwirrte klare Botschaften" (Gedichte)
1981 - 1988 "Akte Endler, Gedichte aus 30 Jahren"
1985 "Ohne Nennung von Gründen" (Gedichte und Prosa)
1987 "Schichtenflotz. Papiere aus dem Seesack eines Hundertjährigen" (Prosa)
1990 "Vorbildlich schleimlösend" (Prosa)



"Citatteria & Zackendullst" (Prosa)
1993 "Die Antwort des Poeten" (Prosa)

1994 "Tarzan am Prenzlauer Berg, Sudelblätter 1981-1993" (Prosa)
1995 "Die Exzesse Bubi Blazezaks im Fokus des Kalten Krieges" (Prosa)
1996 "Warnung vor Utah" (Reisebuch)
1999 "Der Pudding der Apokalypse - Gedichte 1968-1998"
2001 "Das Greisenalter, voilà" (Prosa)
2003 "Schweigen Schreiben Reden Schweigen" (gesammelte Reden)